Hannah Otto ist Sopranistin mit einem Schwerpunkt auf Neuer Musik, experimenteller Vokalpraxis und künstlerischer Forschung. Sie singt, spricht und forscht über die Stimme als Ort, an dem Identität, Gender und klangliche Präsenz verhandelt werden.
Im März 2026 führte sie Schönbergs Pierrot Lunaire mit dem Contemporary Sound Forum Seoul in Südkorea auf. Zudem bringt sie regelmäßig neue Werke zur Uraufführung, darunter Kompositionen von Ahmetcan Gökçeer, Tom Belkind, Carlie Schoonees, Joan Tan Jing Wen und Irene Tanuwidjaja, vorwiegend in musiktheatralen und interdisziplinären Kontexten.
Kollaborationen entstanden u. a. in einer Residenz an der Europäischen Akademie für Musik und Darstellende Kunst Montepulciano (IT) sowie im Rahmen des FARM-Programms am Orpheus Institut Gent (BEL). Aufgetreten ist Hannah Otto etwa beim Mozartfest Würzburg, beim Sommerblut Kulturfestival Köln, im Museum für Angewandte Kunst Köln, im Beethoven-Haus Bonn, beim INMM Darmstadt und im Classica Seoul (KOR). Als Konzertstipendiatin des MozartLabor (2024/25) erarbeitete sie u. a. zeitgenössisches Repertoire für Sopran und Gitarre mit der Gitarristin Melani Skopljakovic und war im Juni 2025 im Rahmen der Freispiel-Konzertreihe beim Mozartfest Würzburg zu erleben.
Sie studierte an der Hochschule für Musik Detmold und dem Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn und schloss ihren Master an der Hochschule für Musik und Tanz Köln ab; seit 2026 forscht und lehrt sie an der Universität Siegen. Für ihre Arbeit zur chilenischen Komponistin Leni Alexander wurde sie mit dem Best Paper Award der GMM ausgezeichnet.
Ihre Forschungsfragen sind eng mit ihrer künstlerischen Praxis verknüpft; derzeit beschäftigt sie sich mit der Materialisierung von Stimme und Gestik. Im September 2026 ist sie beim Musikfestival Bern in der Uraufführung eines neuen Werks von Aline Sarah Müller zu hören, in dem sie mit gestischer Stimmpraxis performt.
Weiterführende Links: www.hannah-otto.com
Foto: Melina Wrenger